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HELLER SCHLAFSACK RATGEBER:
Daune oder Kunstfaserfüllung?
Trotz enormer Verbesserung der Kunstfaser, wie der G-Loft Faser sind Daunen noch immer in Sachen Schlafkomfort, Packmaß + Leichtgewicht überlegen. Aber nur Daune allerbester Qualität! Daune schließt sich “daunenleicht” wie eine weiche Wolke um Dich und sorgt für ein super kuscheliges Schlaf gefühl. Dabei werden kalte Leerräume im Schlafsack von der Daune völlig ausgefüllt, der gesamte Innenraum ist gleichmäßig warm. Daune kann Temperaturunterschiede besser ausgleichen als Kunstfasern, daher kann man selbst bei warmen Nächten im dickeren Daunenschlafsack schlafen ohne gleich einen Hitzeschlag zu bekommen. Daunenschlaf- säcke der Spitzenklasse sind ca. 30% leichter als die besten Kunstfaserschlafsäcke gleicher Wärmeleistung. Beim Packmaß spart man ebenso ca. 30%.
Daune + Feuchtigkeit: Kein Problem!
Überall ließt man, daß Daune nicht für Schlechtwetter geeignet ist. Falsch! Dies stimmt nur bei tropischen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit, beim Dauereinsatz auf Yachten (salzhaltige Luft) oder bei minderwertiger Daune. Unsere jahrzehntelangen Umfragen ergaben, daß Probleme mit Daunen bei Regenwetter nur bei schlechter Daunenqualität vorkommen, nicht bei Top Daunen. Bei unseren Extremreisen überstanden Daunen selbst wochenlange Schlechtwetterperioden im Zelt ohne Probleme! Dabei wurden unsere Daunenschlafsäcke oft kurz nach dem Aufstehen verpackt und hatten nur abends Zeit zum Lüften. Unsere Daunenschlafsäcke überstanden z.B. 6 Wochen Neuseeland bei oft sehr schlechtem Wetter klaglos! Wer aber ein undichtes Zelt hat kriegt Probleme. Hier sollte man über ein neues Zelt nachdenken. Bei Biwaks im Freien ist bei Daunenschlafsäcken aber Nässeschutz dringend nötig bzw. hier sollte man eventuell auf Kunstfaserfüllung zurückgreifen.
Die Daunenqualität:
Prospektangaben kann man leider oft vergessen. Einige Tests ergaben peinliche Differenzen zwischen Werbung + Realität. Auch bei vielen der namhaften Hersteller stimmten die Bauschkraftangaben nicht. So hatte ein Modell statt 725 k/u Bauschkraft nur schlappe 475 k/u und bei einigen Modellen war der Wert um 100 150 k/u niedriger als angegeben. Fa. Carinthia legte z.b. die Befüllanlage zurück ins Hauptwerk um die Qualität der Daunenlieferungen vor dem Befüllen testen zu können. Der kleine Hersteller Warmpeace lieferte uns ebenso 16 Jahre lang Top Qualität. Das Mischungsverhältnis Daune zu Federn in % (70/30, 80/20, 90/10) gibt übrigens nur einen groben Anhaltspunkt. Diese Angabe ist schwer nachprüfbar und Definitionssache. Und es gibt ja nur das Verhältnis zwischen Daunenanteil und Federanteil in der Füllung an. Besagt aber sehr wenig über die Isolierqualität der Daune. So kann eine klasse 80/20er Mischung leicht eine durchschnittliche 90/10er Mischung übertrumpfen. Die Messwerte welche das Verhältnis Bauschkraft (Volumenverdrängung) zu Gewicht vergleichen (z.B. Kubikinch/unze) geben einen echten Aufschluß auf Qualität und Leistung der Füllung. Je höher der Wert, desto besser die Füllung, vorausgesetzt die Angaben stimmen. Je höher dieser Wert, umso feiner sind die Daunen, umso fester wird die Luft eingeschlossen und umso dicker bauscht der Schlafsack (bei gleichem Füllgewicht). Ab 550 Kubikinch/unze hat man schon eine hochwertige Qualität. 600 - 650 Kubikinch/unze erfüllt schon sehr hohe Ansprüche, über 700 550 Kubikinch/unze beginnt die Spitzenklasse.
Gebrauchte Daunen in neuen Schlafsäcken? Viele Kunden
von Billigschnäppchen wissen nicht, daß ihr neues Schlafgemach mit Daunen aus alten Füllungen gefüllt wurde. Mit “aufbereiteten Daunen”. Natürlich ist so eine über viele Jahre strapazierte Daune
abgenutzt und miserabel in der Leistung. Ganz zu schweigen von einem Unbehagen in alten Daunen schlafen zu müssen.
Daunenschlafsackschnäppchen: Unter 120 Euro sollte
man verdammt vorsichtig sein. Da bekommt man oft gebrauchte oder leistungsschwache Daunen (oder gar Federn).
Vorsicht Pilotenschlafsäcke und Armee Schlafsäcke:
Egal ob mit Daune oder Kunstfaser gefüllt. Hier bekommt man oft nur minderwertige Schlafsäcke mit sehr großem Packmaß und hohem Gewicht. Oft Kopien aus asiatischen Billigfabriken. Selbst wenn man einen
Originalschlafsack einer Armee bekommt sind die meißt auf Stabilität ausgelegt und Gewicht und Packmaß sind oft sehr hoch.
Kunstfaserfüllungen: Die neue Wunderfaser ist da !?!?
Alle 2 Jahre schwärmt die ganze Branche von irgendeiner Superfaser, 2 Jahre später gibt’s dann lange Gesichter wegen frierender Kunden, da die Erwartungen zu hoch waren. “Da gab’s Probleme”, “Die Faser
haben wir jetzt verbessert”; hört man dann später. Bei uns gab’s keine unzufriedenen Kunden, denn wir haben erst selbst getestet und nur verkauft was wirklich gut war. Wir setzten in der Mittelklasse auf
Hohlfasern wie Dupont Hollowfill 2 oder Quallofill. Thinsulate Liteloft Füllungen haben sich auch gut bewährt. In der Spitzenklasse setzten wir seit 10 Jahren auf die G-Loft Hohlfaser. Sie hat ein klasse
Verhältnis Wärmeleistung zu Gewicht. (Bei gleichem Füllgewicht kann man so viel mehr Hohlfasern in den Schlafsack packen. Und mehr Füllung = mehr Wärme. Logisch oder? Nicht umsonst war ein GLT Schlafsack
Testsieger in einem großen Schlafsacktest und deklassierte sogar manchen Daunenschlafsack . Natürlich wurden nun auch viele andere Kunstfasern weiterentwickelt. Geht am Besten in ein gutes Fachgeschäft
(möglichst in mehrere) und laßt Euch beraten. Seit kritisch. Laßt die Schlafsäcke nachwiegen und vergleicht die Bauschkraft (Dicke) gleichschwerer und gleichgroßer Schlafsäcke. Mit einem Stock quer überm
Schlafsack und 2 Linealen rechts und links kann man die Bauschdicke messen und diverse Schlafsäcke vergleichen. Allerdings gibt es einige superfeine Kunstfasern die weniger dick bauschen und trotzdem
super isolieren. Diese Kunstfasern werden aber im Herstellerprospekt entsprechend beschrieben und heißen z.B.: “Microfibre”, “Microloft” oder ähnlich. Achtung: Leider ist der Bauschverlust bei allen
Kunstfaserschlafsäcken nach Jahren deutlich sichtbar. Doch zum Glück hält sich der Verlust an Isolierleistung in Grenzen. Denn nicht nur das eingeschlossene Luftvolumen ist für die Isolierung
ausschlaggebend sondern auch die Dichte der Fasern welche die Luft sozusagen am Zirkulieren hindern. Bei älteren flacheren Schlafsäcken sind die Fasern ja dichter zusammengepreßt und die isolierende Luft
kann daher nur noch sehr langsam zirkulieren. Verliert also ein Schlafsack z.B. 40% seiner Bauschkraft so wird seine Isolierleistung vielleicht nur um 20% schlechter.
Was ist besser Daune oder Kunstfaser?
Da etwa 70 - 80% der verkauften Daunenschlafsäcke nur mittelmäßige Daunenqualität haben sind viele hochwertige Kunstfaserschlafsäcke oft besser als Daunenschnäppchen. Dabei sind die Kunstfaser- schlafsäcke oft sogar günstiger im Preis. Greifst Du aber zu feinster Daune hält in Sachen Wärmeleistung, Leichtgewicht und Packmaß kein Kunstfaserschlafsack mit!
Schlafsackgröße:
Wieder ein schwarzes Kapitel in Sachen Herstellerangaben. Unser Tip: kaufe nie einen Schlafsack ohne Probeliegen! Ganz besonders wenn Du etwas kräftiger gebaut bist oder Platzangst kriegst. Jeder gesunde Mensch wechselt 60 - 70 mal pro Nacht seine Stellung!!! Ist ein Schlafsack zu eng, verdreht er sich, man wird dann eingeschnürt und wacht immer wieder auf. Ist ein Schlafsack zu kurz, bekommst Du kalte Schultern. Ist er viel zu groß, wärmt er nicht richtig.80cm sind für normalgewichtige Leute ok, kräftige Personen sollten 85-90cm Breite wählen. Tip: probeliegen! Schlafsacklänge: Wenn Du ganz ausgestreckt liegst dürfen die Füße das Schlafsackende gerade berühren, der Wärmekragen muß dabei Deine Schultern gut abdecken und die Kapuze muß sich bis auf eine kleine Luftöffnung schließen lassen ohne das es Dich einengt. Teste auch die Bauchlage, hier streckt man die Füße nach unten und braucht noch mehr Länge.
Schlafsack Form:
Es gibt verschiedene Schlafsackformen: Mumienform: Ist die perfekte Form wenn es um klasse Bequemlichkeit bei geringem Gewicht und hoher Wärmeleistung geht. Rechteckige Deckenform: Viele
Kunden denken das wäre bequemer, dabei sind gerade diese Schlafsäcke oft in den Schultern viel zu eng. Dagegen macht der recht große Fußraum oft Probleme mit kalten Füßen. Die Rechteckform bringt bei
gleicher Leistung etwa 30% mehr Gewicht und Packmaß. Sie sind für Bike- oder Rucksackreisen zu schwer. Tropfenform (Eiform): Sie ist in Sachen Gewicht zu Wärmeleistung schlechter als die Mumie und
bringt bei gleicher Leistung 15-20% mehr Gewicht und Packmaß. Die Tropfenform ist für unruhige Schläfer sehr bequem und viel besser als die rechteckige Form. Der Schlafkomfort vieler eiförmiger
Schlafsäcke ist wirklich klasse. Tip: Noch besser sind allerdings extrabreite Mumienschlafsäcke. 75cm Schlafsackbreite genügen für schlanke Leute.
Schlafsackmaterial und Verarbeitung: Bei
Reißverschlüssen, der Füllung und den Bezugsstoffen gibt es sehr große Unterschiede in Preis, Haltbarkeit und Komfort. Wie kuschelig fühlt sich z.b. der Innenstoff auf der Haut an? Wie gut kann er
Schweiß ableiten wenns mal wärmer wird? Wie schmutzempfindlich und robust ist er? Wie atmungsaktiv und wasserabweisend ist der Außenstoff? Wie haltbar ist der Reißverschluß? Und in den Schlafsack kann
nicht mal der Profi reinschauen. Zu knapp gefaßte Nähte also versteckte Mängel sieht man nicht.
Schlafsackdetail Wärmekragen:
Empfehlenswert wenn die Nächte kühler werden. Ein innen angenähter Kragen der sich um Deine Schultern schließt, damit die Kaltluft nicht in den Schlafsack zieht. Dieser Kragen wirkt bereits wenn er nicht zugezogen wird. Wird er aber geschlossen erhöht der die Wärmeleitung spürbar.
Schlafsackdetail Reißverschlußabdeckung (Zipabdeckung):
Ein Wulst der sich meißt innen gegen den Reißverschluß drückt. Er verhindert das der Reßverschluß kalte Luft eindringen läßt und sorgt hier für Isolierung.
Schlafsackdetail Thermonähte:
Um die Füllung zu fixieren sind Zwischennähte (Stepnähte) nötig. Bei sehr billigen Schlafsäcken näht man einfach durch Innenfutter, Füllung und Außenstoff durch. So entstehen aber an der Naht Kältebrücken, man friert schneller. Bessere Schlafsäcke haben Thermonähte die nicht ganz durchgenäht sind. In solchen Schlafsäcken friert man natürlich nicht so schnell.
Hier einige nicht so bekannte Hersteller mit denen wir gute
Erfahrungen gemacht haben. Hier stimmte auch der Service falls doch mal eine Panne vorkommt:
Carinthia
Warmpeace
Nordisk
Outwell
High Peak (Hier speziell einige Kunstfaserschlafsäcke
zwischen 45 und 80 Euro. Bei den High Peak Modellen von 25 - 45 Euro nur, wenn Du wirklich wenig Geld hast eine Lösung, ansonsten aber die bessere Klasse ansehen.
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